Uppsala: auf den Spuren von Linné
Uppsala und Linné: Linnégarten, Linnémuseum, Hammarby, Botanischer Garten und Dom; 1753 gab Linné dem Hanf den Namen Cannabis sativa.
Die Spuren des Botanikers Carl von Linné (1707–1778) lassen sich in Uppsala an fünf Orten besuchen, die die Universität Uppsala und das Tourismusportal Destination Uppsala beschreiben: im Linnégarten mit dem Linnémuseum, auf dem Landgut Linnés Hammarby, im Botanischen Garten der Universität, im Museum Gustavianum und im Dom, wo er begraben liegt. Mit dem Hanf verbindet ihn ein Name: In seiner „Species Plantarum“ von 1753 steht die Art Cannabis sativa, nach der Pflanzendatenbank der Royal Botanic Gardens, Kew, auf Seite 1027.
Auf einen Blick
- Linné wurde am 23. Mai 1707 in Råshult in Småland geboren und 1741 Professor an der Universität Uppsala, zunächst für Medizin.
- Den Garten, der heute Linnégarten heißt, legte Olof Rudbeck der Ältere 1655 an; nach Angabe der Universität wachsen dort rund 1.000 Arten, geordnet nach Linnés Sexualsystem.
- Das Landgut Hammarby südöstlich der Stadt kaufte Linné 1758; es diente der Familie als Sommersitz.
- Im Dom von Uppsala, geweiht 1435, liegen Linné und seine Frau Sara Lisa Moraea begraben.
- Nach dem internationalen Regelwerk der Botanik beginnen die Namen der Samenpflanzen im Rang der Gattung und darunter mit Linnés „Species plantarum“ von 1753.
- Von Stockholm fahren Züge nach Angabe von Destination Uppsala 30 bis 50 Minuten, vom Flughafen Arlanda 18 Minuten.
Wer war Linné, und was verbindet ihn mit Uppsala?
Uppsala war für Linné Studienort, Arbeitsplatz und Wohnort. Nach der englischsprachigen Wikipedia, die wir ergänzend nutzen, ging er im August 1728 an die Universität. 1741 wurde er Professor der Medizin, tauschte später die Zuständigkeiten mit Nils Rosén und übernahm Botanik und Naturgeschichte samt Botanischem Garten. Förmlich geadelt wurde er 1761; danach nannte er sich Carl von Linné.
Die Linnean Society in London nennt ihn bekannt für die Taxonomie, das Bestimmen, Benennen und Ordnen der Lebewesen, und für das System zweiteiliger Namen. Sie nennt auch seine Rolle in den Anfängen des modernen wissenschaftlichen Rassismus; diese Seite gehört zum vollständigen Bild.
Was zeigt der Linnégarten mit dem Linnémuseum?
Der Linnégarten, schwedisch Linnéträdgården, an der Svartbäcksgatan 27 zeigt einen Universitätsgarten nach dem Plan, den Linné mit Carl Hårleman entwarf, und daneben sein Wohnhaus. Angelegt hat den Garten nach Angabe der Universität 1655 Olof Rudbeck der Ältere. Das Tourismusportal Destination Uppsala schreibt, der Garten habe in seiner Zeit unter Rudbeck 1.800 Pflanzenarten gezählt, sei nach dem Stadtbrand von 1702 verfallen und unter Linné, der 1741 die Leitung übernahm, wiederbelebt worden.
Heute ist der Garten nach Angabe der Universität im französischen Stil nach dem Entwurf wiederhergestellt, den Linné und Carl Hårleman 1745 vorlegten. Rund 1.000 Arten wachsen dort; von allen ist bekannt, dass Linné sie kultivierte, und sie stehen nach seinem Sexualsystem geordnet. Dieses System teilte die Pflanzen, so die englischsprachige Wikipedia, nach der Zahl der Staubblätter und Stempel ein.
Das frühere Wohnhaus der Familie ist heute das Linnémuseum; nach Destination Uppsala lebte die Familie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hier. Gezeigt werden Möbel und Kunstwerke, Stücke von seinen Reisen und aus seinen Jahren als Professor, dazu seine Insektenschränke, das Porzellan der Familie und Kleidung.
Was erwartet Sie in Linnés Hammarby?
Linnés Hammarby ist das Landgut, auf dem die Familie die Sommer verbrachte, mit Wohnhaus, Park und, nach Destination Uppsala, einer Dauerausstellung über das Leben dort. Nach Angabe der Universität kaufte Linné den kleinen Hof 1758; sie verortet ihn 15 Kilometer südöstlich von Uppsala, Destination Uppsala spricht von gut zehn Kilometern. Der englischsprachige Wikipedia-Artikel über Linné nennt als Grund, dass er Uppsala zu laut und ungesund fand.
Nach Destination Uppsala erzählen Hausrat, Kleidung und Kunst von Linnés privatem Leben wie von seiner Arbeit, und im Park wachsen noch viele Pflanzen, die er selbst zog. 1935 wurde das Museum nach der Wikipedia zum historischen Denkmal erklärt; betrieben wird es von der Universität Uppsala. Für 2026 meldet Destination Uppsala, dass der Westflügel das ganze Jahr geschlossen bleibt; das umgebende Kulturreservat ist ganzjährig und ohne Eintritt zugänglich.
Was hat der Botanische Garten der Universität mit Linné zu tun?
Der heutige Botanische Garten setzt die Geschichte von Linnés Garten an einem neuen Ort fort. Nach Destination Uppsala entstand der Botanische Garten der Universität im 17. Jahrhundert dort, wo heute der Linnégarten liegt. Später überzeugte Carl Peter Thunberg, Schüler und Nachfolger Linnés, den König, der Universität den Schlossgarten zu schenken.
Auf ihrer eigenen Seite führt die Universität einen Barockgarten, ein Tropenhaus, die Orangerie Linneanum, einen Nutzgarten, einen systematischen Garten und einen Garten für Alpenpflanzen auf. Die Orangerie beschreibt sie als 200 Jahre alt; ihr Name verweist auf Linné.
Wo erinnert in der Stadt sonst noch etwas an Linné?
Zwei weitere Orte gehören zu einem Rundgang: das Museum Gustavianum und der Dom. Im Gustavianum zeigen die Dauerausstellungen nach Destination Uppsala Stücke aus den Sammlungen der Universität, darunter den Augsburger Kunstschrank, ein Geschenk der Stadt Augsburg an König Gustav II. Adolf von 1632. Ganz oben liegt das Anatomische Theater aus den 1660er-Jahren. Die Seite nennt Linné neben Rudbeck und Celsius unter den Gelehrten, die hier wirkten.
Im Dom nennt Destination Uppsala unter den Gräbern das Linnés und seiner Frau Sara Lisa Moraea. Nach der Wikipedia wurde er am 22. Januar 1778 beigesetzt, obwohl er sich ein Grab in Hammarby gewünscht hatte; neben der Gedächtniskapelle erinnert ein Denkmal nach einem Entwurf von Tobias Sergel an ihn. Geweiht wurde der Dom 1435.
Was hat Linné mit dem Namen des Hanfs zu tun?
Linné gab dem Hanf seinen wissenschaftlichen Namen: Cannabis sativa L. Die Pflanzendatenbank von Kew verzeichnet als Erstveröffentlichung die „Species Plantarum“ von 1753, Seite 1027; das Kürzel L. steht in der Botanik nach der Wikipedia für Linné als Autor eines Namens. Das Werk erschien danach in zwei Bänden, der erste am 24. Mai, der zweite am 16. August 1753, und beschrieb auf 1.200 Seiten mehr als 7.300 Arten.
Für die Botanik ist das Datum mehr als eine Jahreszahl. Der Internationale Code der Nomenklatur für Algen, Pilze und Pflanzen setzt in Artikel 13 für Samenpflanzen und Farne, im Rang der Gattung und darunter, den 1. Mai 1753 als Ausgangspunkt, mit Linnés „Species plantarum“ in der ersten Auflage.
Wie Botaniker nach Linné um Cannabis sativa und Cannabis indica stritten, erklärt unser Beitrag Indica und Sativa; wie die Renaissance den Hanf vor ihm beschrieb und zeichnete, das Stück Hanf im Kräuterbuch. Eine eigene Station zum Hanf haben wir in Uppsala nicht gefunden; die Verbindung ist eine Zeile in einem Buch. Wo Hanf zu Tauwerk wurde, zeigt unsere Reise zu den Seilereien von Venedig, Rochefort und Chatham.
Wie kommen Sie hin, und wann ist geöffnet?
Uppsala erreichen Sie von Stockholm mit Pendel- oder Regionalzügen in 30 bis 50 Minuten, je nach Zug, nach Angabe von Destination Uppsala. Vom Flughafen Arlanda dauert die Fahrt 18 Minuten. Nach Linnés Hammarby fährt nach derselben Quelle der Bus 102 ab Uppsala Centralstation, Haltestelle B2, bis „Linnés Hammarbys vägskäl“; von dort sind es 1,7 Kilometer zu Fuß, rund 20 Minuten.
Öffnungszeiten nach Angabe des Hauses, Stand 15.10.2026; bitte prüfen Sie sie vor dem Besuch. Die Universität meldet den Linnégarten für diese Saison geschlossen, Wiedereröffnung am 1. Mai; das Linnémuseum empfängt ganzjährig vorab angemeldete Gruppen. Linnés Hammarby ist ebenfalls geschlossen und öffnet für gebuchte Führungen ab 1. Mai, für alle ab 14. Mai. Destination Uppsala nennt ohne Jahresangabe für den Linnégarten Öffnungstage vom 14. Mai bis 13. September, für Hammarby bis 20. September, jeweils nicht an allen Wochentagen.
Für den Botanischen Garten nennt die Universität tägliche Zeiten; die Tore an der Ostseite, Richtung Carolina Rediviva, bleiben nach ihrer Angabe im Winter geschlossen und öffnen am 1. Mai; bis dahin führen die Eingänge an Thunbergsvägen, Villavägen und Norbyvägen in den Garten. Den Dom nennt Destination Uppsala täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet, mit kostenlosen Führungen an jedem Sonntag. Für das Gustavianum haben wir keine aktuellen Zeiten gefunden.
Häufige Fragen
Wo liegt Linné begraben?
Carl von Linné liegt im Dom von Uppsala begraben. Destination Uppsala nennt dort die Gräber Linnés und seiner Frau Sara Lisa Moraea. Nach der Wikipedia wurde Linné am 22. Januar 1778 beigesetzt.
Wie kommt man von Stockholm nach Uppsala?
Von Stockholm nach Uppsala fahren Pendel- und Regionalzüge, nach Angabe von Destination Uppsala in 30 bis 50 Minuten, je nach Zug; vom Flughafen Arlanda in 18 Minuten. Zu Linnés Hammarby fährt ab Uppsala der Bus 102, danach folgt ein Fußweg von 1,7 Kilometern.
Wer hat Cannabis sativa benannt?
Den Namen Cannabis sativa gab Carl von Linné. Die Pflanzendatenbank der Royal Botanic Gardens, Kew, verzeichnet Cannabis sativa L. als 1753 in der „Species Plantarum“ auf Seite 1027 erstveröffentlicht. Mit der „Species Plantarum“ beginnen nach dem internationalen Regelwerk der Botanik die Namen der Samenpflanzen im Rang der Gattung und darunter.
Was wir nicht wissen
Die schwedischen Seiten der Universität Uppsala zu Linnégarten, Hammarby und Gustavianum waren für unser Werkzeug gesperrt. Die englischen zeigten teils ältere Stände, etwa einen Wochenplan aus dem Januar beim Linnégarten; die Saisondaten für 2027 kennen wir nicht. Ob das Gustavianum derzeit Stücke aus Linnés Besitz zeigt, konnten wir nicht klären.
Die digitalisierte „Species Plantarum“ der Biodiversity Heritage Library verweigerte den Abruf; Seite 1027 haben wir nicht selbst gesehen, die Angabe folgt Kew. Warum der Code den 1. Mai 1753 nennt, während der erste Band nach der Wikipedia am 24. Mai erschien, haben wir nicht geprüft.
Wo Linné starb, lassen wir offen: Die Wikipedia nennt Hammarby, eine Primärquelle dazu haben wir nicht geöffnet. Jahr des Umzugs in den Schlossgarten und Name des Königs fehlen in unseren Quellen.
Hinweis: Dieser Beitrag informiert über Geschichte und Orte der Botanik und ruft weder zum Konsum noch zum Erwerb von Cannabis auf. Öffnungszeiten nach Angabe der Häuser, bitte vor dem Besuch prüfen. Stand: 15.10.2026.
Quellen
- Royal Botanic Gardens, Kew, Plants of the World Online: Cannabis sativa L. (öffnet in neuem Tab)
- International Code of Nomenclature for algae, fungi, and plants, Artikel 13 (Online-Ausgabe der International Association for Plant Taxonomy) (öffnet in neuem Tab)
- Linnean Society of London: Who was Linnaeus? (öffnet in neuem Tab)
- Uppsala University: Linnaeus Garden (öffnet in neuem Tab)
- Uppsala University: Linnaeus' Hammarby (öffnet in neuem Tab)
- Uppsala University: Botanical Garden (öffnet in neuem Tab)
- Destination Uppsala: The Linnaeus Garden (öffnet in neuem Tab)
- Destination Uppsala: Linnaeus' Hammarby (öffnet in neuem Tab)
- Destination Uppsala: The Botanical Garden (öffnet in neuem Tab)
- Destination Uppsala: Gustavianum (öffnet in neuem Tab)
- Destination Uppsala: Uppsala Cathedral (öffnet in neuem Tab)
- Destination Uppsala: Travelling to Uppsala (öffnet in neuem Tab)
- Wikipedia (englisch): Carl Linnaeus (öffnet in neuem Tab)
- Wikipedia (englisch): Linnaeus's Hammarby (öffnet in neuem Tab)
- Wikipedia (englisch): Uppsala Cathedral (öffnet in neuem Tab)